Antisemitismus in Ahrweiler

Ende Mai durfte ich an einer Führung durch Ahrweiler teilnehmen. Wunderschöne Gegend rund um Ahrweiler, Rotweinort Rech, der alte Atombunker der Bundesregierung und viele Winzergenossenschaften. Da ahnt man eigentlich keine antisemitischen Seitenhiebe.

 

Die Tour durch Ahrweiler hatten wir bei einem sehr bekannten Ahrweiler Nachtwächter gebucht. Der Mann war mit seiner Kluft, seinem Wissen und seinem Witz klasse. Bis wir zur Synagoge kamen.

 

Nachtwaechter Ahrweiler

Unser Nachtwächter vor der Ahrweiler Synagoge

 

Hier begann unser Nachtwächter nicht mehr so lustig zu sein, sondern erzählte von den bösen Ahrweiler Juden, die den Armen Geld geliehen hatten, die natürlich nichts zurück zahlen konnten und somit um Hab und Gut gebracht wurden. Folglich, so blubberte der Nachtwächter, wüsste er auch gar nicht, ob die Jagd Hitlers auf die Juden gut oder schlecht war.

Einige unserer Gruppe waren erstaunt, einige merkten nichts, keiner sagte was (wir sprachen später darüber). Was sollten wir auch einem 80 Jährigen entgegnen, für den alle Juden reiche Geldverleiher sind und in seinem Alter noch nicht weiss, ob der Holocaust furchtbar war.

Laut Nachtwächter sind auch kaum Ahrweiler Juden gestorben. Es gäbe nur 5 Stolpersteine. Dazu steht im Internet (Zeugnis Jüdischen Lebens), dass etwa 250 Juden (die nach 1933 in Ahrweiler wohnten) den Holocaust nicht überlebten.

 

Synagoge Ahrweiler

Tafel an der Ahrweiler Synagoge

 

Perfekt in diesen Zusammenhang passt ein Artikel aus der FAS vom 28. Mai 2017 von Anna Prizkau: Die SPD (und der Antisemitismus, wobei diese Ergänzung von mir ist).

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/israel-juden-und-die-spd-vom-kniefall-zu-vielen-versehen-15034039.html

 

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